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24 · august roma

die plünderung der ewigen stadt

vrbs capta

am 24. august 410 drangen alarichs westgoten durch die porta salaria ein und plünderten rom drei tage lang. zum ersten mal seit achthundert jahren nahm ein fremdes heer die stadt, und die antike welt begriff, dass nichts für immer war.

ein gotischer krieger reißt mit einem seil die statue eines römischen kaisers nieder, während die stadt brennt
joseph-noël sylvestre, «le sac de rome» (1890) · gemeinfrei

zum ersten mal seit achthundert jahren brach ein fremdes heer die tore roms auf. es geschah an einem tag wie heute, am 24. august des jahres 410 unserer zeitrechnung, und die antike welt begriff, dass nichts für immer war.

man sollte mit dem beginnen, was fast nie erzählt wird: alarich kam nicht wie ein sturm aus dem nichts. als könig der westgoten und ehemaliger offizier im dienst des reiches forderte er vom hof in ravenna seit jahren immer wieder dasselbe —land, auf dem er sein volk ansiedeln konnte, und ein offizielles kommando im römischen heer—. was er bekam, waren schweigen, gebrochene versprechen und ein hinterhalt während einer verhandlung. dreimal belagerte er rom. die ersten beiden male hob er die belagerung gegen ein lösegeld auf und gegen das wort einer regierung, die nicht vorhatte, es zu halten.

beim dritten mal kam er hinein. prokopios berichtet, jemand habe die porta salaria nachts von innen geöffnet, und überliefert dazu die romantische fassung: eine mitleidige matrone, des hungers der belagerung überdrüssig, die den riegel zurückschieben ließ. die heutige forschung behandelt diese erzählung als erbauliche legende und hält sich an das wahrscheinlichere und unbequemere: einen verrat, nicht mehr.

die plünderung dauerte drei tage. alarich war arianischer christ —eine richtung des christentums, die die volle göttlichkeit christi bestritt— und befahl, die basiliken zu schonen und jeden zu verschonen, der sich in sie flüchtete. der rest der stadt wurde nach belieben geplündert: die senatorenpaläste, die über jahrhunderte angehäuften schätze, die kaiserlichen speicher. dann zogen die goten nach süden ab. es gab keine besatzung, keine gotische regierung, keinen allgemeinen brand der stadt.

die stadt, die die ganze welt erobert hat, ist erobert worden.

der satz stammt von hieronymus, geschrieben aus seinem kloster in bethlehem im brief 127, und er erklärt besser als jede zahl, was in jenem august geschah: der schlag war eher symbolisch als materiell. aus afrika begann augustinus vom gottesstaat zu verfassen, um jenen zu antworten, die die katastrophe der abkehr von den alten göttern anlasteten. die plünderung roms stürzte kein reich; sie stürzte die vorstellung, dass rom nicht fallen konnte.

und es gibt eine übereinstimmung im kalender, die einem römer das blut hätte gefrieren lassen. der 24. august war einer der drei tage im jahr, an denen sich laut festus und macrobius der mundus öffnete: die rituelle grube, die die stadt mit der welt der toten verband. es waren unheilvolle tage, an denen weder schlachten geschlagen noch hochzeiten gefeiert wurden. an dem tag, an dem rom fiel, stand für sie das tor zur unterwelt offen.

alarich genoss die beute nicht. er starb wenige monate später in kalabrien, und jordanes überliefert die legende, man habe den lauf des flusses busento umgeleitet, um ihn mit seinem schatz in dessen bett zu bestatten, und danach die sklaven getötet, die das grab gegraben hatten, damit niemand es finden konnte. seit den galliern, im jahr 390 vor unserer zeitrechnung, hatte niemand die stadt geschändet. man sollte nicht übertreiben, was darauf folgte: das reich des westens hielt weitere sechsundsechzig jahre durch und das des ostens ein jahrtausend. was jener 24. august bewies, war nicht, dass rom zu ende war, sondern dass die ewige stadt am ende doch sterblich war.

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por primera vez en ochocientos años, un ejército extranjero rompió las puertas de roma. y el mundo antiguo entendió que nada era para siempre. ocurrió un 24 de agosto del año 410 de nuestra era. alarico, rey de los visigodos, llevaba años pidiendo al gobierno imperial de rávena tierras donde asentar a su pueblo y un cargo oficial en el ejército. tras ser ignorado, engañado y traicionado una y otra vez, perdió la paciencia y cercó roma por tercera vez. según cuenta procopio, alguien abrió de noche la puerta salaria desde dentro y los godos entraron en la capital; su relato de una matrona compasiva que ordenó abrirla se tiene hoy por leyenda, y lo más probable es una simple traición. el saqueo duró tres días. alarico, cristiano arriano —una rama del cristianismo que negaba la plena divinidad de cristo—, ordenó respetar las iglesias y perdonar a quien se refugiara en ellas. el resto de la ciudad se saqueó a placer: los palacios de los senadores, los tesoros de siglos, los almacenes imperiales. la noticia sacudió al mundo. san jerónimo, desde su monasterio en belén, escribió desolado que "la ciudad que conquistó el mundo entero ha sido conquistada". y desde áfrica, san agustín empezó a redactar "la ciudad de dios" para responder a quienes culpaban del desastre al abandono de los viejos dioses. y hay una coincidencia que a los romanos les habría helado la sangre: el 24 de agosto era uno de los tres días del año en que, según festo y macrobio, se abría el mundus —la fosa que comunicaba con el mundo de los muertos—. el día que cayó roma, la puerta del inframundo estaba, para ellos, abierta. alarico no disfrutó del botín: murió pocos meses después, y la leyenda que recoge jordanes dice que lo enterraron con su tesoro en el lecho de un río. desde los galos, en el 390 antes de nuestra era, nadie había profanado roma. aquel 24 de agosto demostró que la ciudad eterna era, después de todo, mortal.

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fontes classicae.

  1. i. prokopios von caesarea · geschichte der kriege buch iii
  2. ii. hieronymus · briefe 127
  3. iii. augustinus von hippo · vom gottesstaat vorwort und bücher i-iii
  4. iv. sextus pompeius festus · de verborum significatu s.v. mundus
  5. v. macrobius · saturnalia i, 16.16-18
  6. vi. jordanes · getica 157-158

moderne bibliografie.

  1. i. peter heather · the fall of the roman empire. a new history of rome and the barbarians

transitus

dídac
⁕ über den autor ⁕

dídac

softwareentwickler, geschichtsvermittler. schreibt über antike politische geschichte und über die wut, die sein eigenes jahrhundert in ihm auslöst. baut im internet eine encyclopædia romana — und ein paar räume mehr.