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die elefanten, die bei benevent brannten

pvgna ad maleventvm

im jahr 275 v.u.z. besiegt der konsul manius curius dentatus pyrrhos von epirus bei maleventum und beendet den pyrrhischen krieg. die elefanten, von den wurfspeeren rasend gemacht, stürmen gegen ihr eigenes heer.

stich aus dem 19. jahrhundert: in panik geratene kriegselefanten stürmen davon und zertrampeln die eigenen reihen in der schlacht bei benevent, 275 v. u. z.
history of pyrrhus (1854) · gemeinfrei
epoche
frühe republik

das gefürchtetste tier der antike war kein mann mit einem schwert, sondern ein berg aus gepanzertem fleisch, der im schritt vorrückte und jede menschliche formation allein durch den schrecken zerbrach, den er aussäte. rom hatte den kriegselefanten fünf jahre zuvor bei heraklea kennengelernt und unter ihm gelitten. im jahr 275 v.u.z., vor den toren einer kleinen samnitischen stadt namens maleventum, lernte es endlich, die bestien umzukehren. und es tat dies auf die grausamste denkbare weise: indem es die tiere zu der waffe machte, die ihren eigenen herrn zerreißen sollte.

der herr war pyrrhos, könig von epirus, der beste feldherr seiner generation und ein entfernter verwandter alexanders des großen. er war 280 in italien gelandet, um die griechische stadt tarent zu verteidigen, und hatte seine ersten schlachten zu einem so verheerenden preis gewonnen — so viele gefallene offiziere für jeden sieg —, dass sein name für immer mit der vorstellung eines triumphes verbunden blieb, der den sieger ruiniert. dann ließ er sich ablenken: er setzte nach sizilien über, um gegen karthago krieg zu führen, verlor dort drei jahre und die gunst der sizilischen griechen und kehrte abgenutzt nach italien zurück, mit weniger männern und weniger geld. er hatte noch immer seine phalanx — die stachelnde mauer aus fünf meter langen piken, die er von alexanders nachfolgern geerbt hatte — und er hatte noch immer seine elefanten. doch er hatte keinen spielraum mehr, um zu scheitern.

rom gegenüber stand manius curius dentatus, ein konsul von niederer herkunft, der das genügsame ideal verkörperte, das die republik so gern von sich selbst erzählte: der pflüger, der zum feldherrn wurde, der mann, der lieber über jene gebot, die gold besaßen, als selbst gold zu besitzen. seine taktik war nicht heroisch, sondern kühl und geometrisch. frontinus macht es in seinen stratagemata deutlich: curius erkannte, dass pyrrhos’ phalanx im offenen feld unwiderstehlich war, und so hütete er sich, in engem, zerklüftetem gelände zu kämpfen, wo jene kompakte mauer aus lanzen über sich selbst stolperte und sich selbst im weg stand. er suchte nicht, die griechische maschine zu besiegen; er suchte, ihr den raum zu verweigern, den sie zum funktionieren brauchte.

die schlacht entschied sich im chaos. pyrrhos versuchte einen nächtlichen umgehungsmarsch, um das römische lager zu überraschen, doch — so berichtet plutarch — seine fackeln erloschen in den wäldern, seine kolonnen verirrten sich, und im morgengrauen trafen sie erschöpft und ungeordnet ein. curius rückte gegen sie aus, zerstreute sie und fing in der verwirrung einige elefanten. als der ansturm der bestien ihn wieder zu seiner palisade zurückdrängte, stiegen die wachen des lagers von den brustwehren herab und begannen, wurfspeere in jene gewaltigen flanken zu stoßen. und hier liegt das detail, das die römische erinnerung nie vergessen würde: verwundet und vom schmerz rasend gemacht, kehrten die elefanten kehrt und stürmten zurück gegen pyrrhos’ eigene reihen und säten unheil in seinem rücken. zwei blieben tot auf dem feld; acht wurden lebend gefangen, als ihre indischen treiber sich ergaben.

pyrrhos’ endgültige waffe zertrampelte am ende sein eigenes heer.

nun die historiografische nuance, die man besser nicht überspringt. die populäre darstellung — und das drehbuch selbst, aus dem diese seite entsteht — schmückt benevent gern mit brennenden karren und in die augen der elefanten gestoßenen fackeln. doch dieses bild gehört nicht zu dieser schlacht. die mit stacheln versehenen karren und die in brennendes werg gewickelten haken beschreibt dionysios von halikarnassos für asculum, im jahr 279, nicht für maleventum. bei benevent sprechen die quellen — plutarch, dionysios, cassius dio — von wurfspeeren, nicht von feuer, und von einer fast romanhaften episode: ein verwundetes elefantenkalb, das vor schmerz trompetete, seine mutter, die die formation durchbrach, um ihm beizustehen, und die ansteckung der panik, die die ganze herde mit sich riss. man tut gut daran, das eine vom anderen zu trennen. das «feuer» des titels ist dichterische freiheit für den brand der angst, keine tatsache; was wahrhaft brannte, waren die nerven der tiere, nicht ihre haut.

die moderne forschung streitet über die tragweite von benevent: manche lesen sie als einen unentschiedenen tag, beinahe ein patt, eher als eine vernichtende niederlage. pyrrhos behielt noch immer ein beträchtliches heer, und er zog sich ebenso sehr wegen der finanziellen erschöpfung jahrelanger feldzüge zurück wie wegen des geschehens auf dem schlachtfeld. ohne elefanten, ohne geld und ohne verbündete packte pyrrhos seine koffer. er ließ eine besatzung in tarent zurück und kehrte nach griechenland heim, um wenige jahre später bei einer straßenschlägerei in argos zu sterben, niedergestreckt von einem dachziegel, den ihm eine alte frau von einem dach herabwarf: ein ende so absurd, wie seine siege pyrrhisch gewesen waren. tarent fiel 272 und mit ihm der letzte unabhängige griechische staat italiens. rom beherrschte nun die ganze halbinsel südlich des po, und zum ersten mal war eine vollwertige hellenistische macht, erbin alexanders, von jener provinzstadt in latium vom schlachtfeld vertrieben worden. das griechische mittelmeer nahm es zur kenntnis.

die stadt selbst bewahrte die erinnerung in ihrem namen. das samnitische maleventum — das einem lateinischen ohr nach «schlechtem omen» klang, obwohl seine ursprüngliche wurzel sicherlich vorrömisch und jenem wortspiel fremd war — wurde zu beneventum, «gutem omen», als rom dort 268 eine kolonie pflanzte. die änderung war das werk des abergläubischen siedlers eher als ein bewusstes denkmal für curius dentatus, doch der zufall ist vollkommen, und die geschichte behielt ihn: der platz des schlechten ereignisses kam zu dem namen des guten geschehens, genau dort, wo der letzte versuch eines griechischen königs, rom aufzuhalten, gebrochen worden war. die elefanten, die das meer überquerten, um die republik zu erschrecken, kündigten am ende, ohne es zu wollen, an, dass die republik in italien keinen rivalen mehr hatte.

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fontes classicae.

  1. i. plutarch · leben des pyrrhos kap. 25
  2. ii. frontinus · stratagemata buch ii

moderne bibliografie.

  1. i. gary forsythe · a critical history of early rome
dídac
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dídac

softwareentwickler, geschichtsvermittler. schreibt über antike politische geschichte und über die wut, die sein eigenes jahrhundert in ihm auslöst. baut im internet eine encyclopædia romana — und ein paar räume mehr.