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der corvus und das gemetzel von mylae

corvus

rom konnte gegen die besten seeleute des mittelmeers nicht durch manövrieren gewinnen, also ließ es das manövrieren bleiben. es montierte eine enterbrücke mit eisendorn an den bug und machte aus jedem gefecht einen infanteriekampf.

radierung von jacques callot: im entergefecht ineinander verkeilte galeeren
jacques callot, the metropolitan museum of art · gemeinfrei
epoche
mittlere republik

rom errang seinen ersten großen sieg zur see, indem es sich weigerte, zur see zu kämpfen. wenn es durch manövrieren nicht gewinnen konnte, machte es das manövrieren überflüssig: eine enterbrücke mit eisendorn, am bug montiert, die beide schiffe zusammennagelte und die seeschlacht in das eine verwandelte, was rom besser konnte als alle anderen.

der auftakt war demütigend gewesen. wir sind im jahr 260 vor unserer zeitrechnung, und der konsul gnaeus cornelius scipio stieß mit siebzehn schiffen nach lipari vor, wo ihn das karthagische geschwader im hafen einschloss und mitsamt den unversehrten schiffen aufbrachte, fast ohne kampf. den spottnamen trug er sein leben lang: asina, die eselin. woher er stammt, sollte man nicht als gegeben hinnehmen, denn es wird fast immer falsch erzählt: polybios schildert das desaster und erwähnt den beinamen kein einziges mal, die einzige überlieferte antike erklärung ist die des macrobius —ein vorfahr, der auf die forderung nach bürgen hin mit einer geldbeladenen eselin als pfand auf dem forum erschien— und das cognomen war erblich, denn sein eigener sohn, konsul 221, hieß ebenfalls scipio asina. dass rivalen es ihm wegen lipari angehängt hätten, ist eine moderne etymologie, kein befund. das kommando ging an den anderen konsul, gaius duilius.

ihm gegenüber stand die punische flotte mit dem vorsprung eines jahrhunderts handwerk: schnellere schiffe, mannschaften, die den gegner umfahren und ihm im vorbeigleiten die ruder abscheren konnten. sie kamen in loser ordnung heran, überzeugt, dies werde eine jagd. was sie nicht wussten, war, was die römer am bug montiert hatten.

wenn du eine seeschlacht nicht gewinnen kannst, führe keine seeschlacht.

die bücher nennen sie corvus, «rabe», doch dieses latein ist eine übersetzung: der name ist das griechische korax des polybios, das ihr nach seinen worten erst später gegeben wurde, und die lateinischen autoren, die von duilius erzählen, sprechen von «eisernen händen». polybios beschreibt sie mit der genauigkeit einer bauanleitung: ein etwa zehn meter langer steg, der sich um einen stehenden mast drehte, mit einem schweren eisendorn am ende. kam ein feindliches schiff nahe genug, ließ man die brücke fallen, und der dorn schlug durch sein deck. beide rümpfe waren zusammengeheftet. und über diesen steg kamen die legionäre, den schild voran.

karthago hatte darauf keine antwort. seine schiffe waren zum rammen und abdrehen gebaut, nicht dazu, schwere infanterie an bord zu empfangen. polybios berichtet, bei mylae hätten die raben zwischen dreißig und fünfzig punische schiffe gefasst, darunter das flaggschiff des admirals hannibal gisko —desselben, der aus akragas entkommen war—, der sein schiff verließ und in einem boot floh. der rest der flotte zog sich zurück.

rom hielt den sieg mit einem denkmal fest, das genau sagte, was es meinte: eine säule auf dem forum, gekrönt mit den bronzenen rammspornen der karthagischen schiffe, die columna rostrata des duilius. von der ursprünglichen inschrift ist eine stark restaurierte kopie aus der kaiserzeit erhalten, noch immer eines der ältesten zeugnisse monumentalen lateins.

nun der vorbehalt, denn der corvus hat in der modernen forschung einen schlechten ruf. polybios ist die einzige quelle, die ihn im detail beschreibt, und seine beschreibung wirft ein ernstes physikalisches problem auf: eine vorrichtung dieses gewichts am bug verschiebt den schwerpunkt genau dorthin, wo er am meisten schadet, und mehrere römische geschwader gingen später in stürmen mit verlusten unter, die sich durch das wetter allein schwer erklären lassen. polybios, der den größten dieser schiffbrüche erzählt, gibt die schuld den befehlshabern, die nicht auf die steuerleute hörten, und erwähnt die vorrichtung nicht; nach eknomos, vier jahre nach mylae, nennt er sie nicht mehr und sagt weder, dass man sie aufgab, noch warum. lazenby und miles stimmen darin überein, dass er wirkte, solange karthago kein gegenmittel hatte, und dass rom ihn fallen ließ, sobald seine mannschaften das handwerk wirklich beherrschten.

was mylae bewies, war keine seeherrschaft, sondern etwas unangenehmeres für karthago: dass ein technischer vorsprung von hundert jahren mit einer billigen idee und einem stück eisen aufzuheben war. rom beherrschte nicht mehr nur italien; es erhob anspruch auf das meer. und mit diesem frisch gewonnenen selbstvertrauen würde es das undenkbare erwägen —den krieg nach afrika zu tragen—, wofür es zuvor die größte überlieferte seeschlacht überstehen musste.

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fontes classicae.

  1. i. polybios · historien buch i, 21-23, 27-28 und 37
  2. ii. macrobius · saturnalien buch i, 6.28-29
  3. iii. frontinus · stratagemata buch ii, 3.24

moderne bibliografie.

  1. i. richard miles · carthage must be destroyed
  2. ii. john f. lazenby · the first punic war. a military history
dídac
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dídac

geschichtsvermittler. schreibt über antike politische geschichte und über die wut, die sein eigenes jahrhundert in ihm auslöst. baut im internet eine encyclopædia romana — und ein paar räume mehr.

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¿el escipión capturado en lípari era el tío de escipión el africano?

no, aunque el fondo de la intuición es correcto — y justamente por eso el cruce es tan fácil de hacer.

el del desastre de lípari, en el 260 a.n.e., es cneo cornelio escipión asina, cónsul aquel año junto a cayo duilio. se adelantó con diecisiete naves, la escuadra cartaginesa lo embotelló de noche en el puerto y lo capturó casi sin combate. y aquí conviene desmontar de paso lo que suele acompañar a esta historia: el cognomen asina, «la burra», no le vino de lípari. polibio narra el desastre y ni siquiera menciona el apodo; la única explicación antigua que existe es la de macrobio, que lo remonta a un antepasado que, al exigírsele fiadores, se presentó en el foro con una burra cargada de dinero como prenda. y era hereditario: su propio hijo, cónsul en el 221, también era escipión asina. lo de «se lo pusieron los rivales por lo de lípari» es divulgación moderna sin fuente antigua detrás.

el tío de escipión el africano es otro cneo: cneo cornelio escipión calvo, cónsul en el 222, que combatió años en hispania junto a su hermano publio —el padre de africano— y murió allí en el 211. no cayeron juntos, por cierto: fueron dos derrotas distintas separadas por unos veintinueve días, primero publio y después cneo. así que la parte de fondo se sostiene: el tío de africano fue cónsul, no un senador cualquiera. simplemente no es el hombre de lípari.

la distancia entre los dos se lee en los fasti consulares. asina era hijo de escipión barbato y hermano de lucio cornelio escipión, el cónsul del 259 — y ese lucio es el abuelo de africano. asina, por tanto, no es su tío sino su tío abuelo, el hermano del abuelo. la aritmética lo remata sola: africano nació hacia el 236, veinticuatro años después del desastre de lípari.

conviene tenerlo presente de aquí a zama, porque la gens cornelia de los escipiones es un campo de minas de homónimos: hay un cneo, un publio y un lucio en casi cada generación, y muchas veces el cognomen —asina, calvo, barbato, nasica— es lo único que los separa

t. r. s. broughton, the magistrates of the roman republic i (fasti consulares: cn. cornelio escipión asina cos. 260 y 254; l. cornelio escipión cos. 259; cn. cornelio escipión calvo cos. 222; p. cornelio escipión cos. 218)
polibio, historias i, 21.4-8 (el desastre de lípari; polibio lo llama solo «cneo cornelio escipión» y no menciona el cognomen)
macrobio, saturnales i, 6.28-29 (la única explicación antigua del cognomen asina, ajena a lípari)
tito livio, ab urbe condita xxv, 34 (muerte de publio) y xxv, 36 (muerte de cneo calvo, unos veintinueve días después)
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¿cuál era exactamente la frase de catón sobre cartago, y quién la dijo?

lo primero, y es lo que más se cruza: es cartago, no roma. y no es de la primera guerra púnica, sino de un siglo después — la repetía catón el viejo en el senado en la antesala de la tercera, la que acabó con cartago arrasada en el 146 a.n.e.

lo segundo es más fino. ninguna fuente antigua conserva la frase en las dos formas que se citan hoy — ni «carthago delenda est» ni la versión larga, «ceterum censeo carthaginem esse delendam»—: las dos son reconstrucciones modernas. pero cuidado con la conclusión fácil, porque sí hay romanos que la escriben en latín: plinio dice que catón «clamaba en cada sesión del senado que cartago debía ser destruida» —Carthaginem delendam—, y floro y aurelio víctor traen fórmulas equivalentes. lo que pasa es que todos la dan en estilo indirecto, no como cita literal. quien más se acerca a las palabras es plutarco, y las da en griego: δοκεῖ δέ μοι καὶ Καρχηδόνα μὴ εἶναι, «me parece además que cartago no debe existir».

el latín está atestiguado; lo que nadie escribió nunca es la frase tal como la citamos.

la costumbre sí está descrita, aunque con una cautela que conviene respetar: catón cerraba con esa coletilla sus intervenciones hablara de lo que hablara — y plutarco lo introduce con un φασί, «dicen», igual que hace con el episodio de los higos, cuando dejó caer en plena sesión unos higos líbicos para que los senadores vieran lo cerca que estaba el enemigo. el detalle de que estuvieran frescos, que es el que da fuerza al gesto, no es de plutarco sino de plinio.

así que la frase es real como posición política y falsa como cita literal. es un buen recordatorio de que las frases más pegadizas de la antigüedad suelen ser las que menos se parecen a lo que alguien dijo de verdad

plutarco, vida de catón el viejo 27 (la transmisión más cercana, y va en GRIEGO: δοκεῖ δέ μοι καὶ Καρχηδόνα μὴ εἶναι; ojo: plutarco mete tanto los higos como la coletilla bajo un φασί, «dicen»)
plinio, naturalis historia 15.74 («cum clamaret omni senatu Carthaginem delendam»), floro, epítome 1.31 y aurelio víctor, de viris illustribus 47.8 («Carthaginem delendam censuit»): SÍ hay romanos que lo escriben en latín, en estilo indirecto
lo que no existe en ninguna fuente antigua son las DOS formas que se citan hoy — «carthago delenda est» y «ceterum censeo carthaginem esse delendam»: esas sí son reconstrucciones modernas
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