sechshundertachtzig kriegsschiffe, die gleichzeitig vor der südküste siziliens manövrieren. wenn die überlieferten zahlen der wirklichkeit auch nur nahekommen, war kap eknomos die größte seeschlacht der antike und wohl die größte der geschichte nach der zahl der eingeschifften kämpfer.
wir sind im jahr 256 vor unserer zeitrechnung, vier jahre nach mylae. rom hatte begriffen, dass ein sieg auf sizilien den krieg nicht beendete, und traf die kühnste entscheidung seiner bisherigen geschichte: das mittelmeer überqueren, afrika angreifen, karthago zu hause treffen. es stellte eine flotte von etwa dreihundertdreißig schiffen zusammen, nahm die landungslegionen an bord und ging nach süden.
karthago konnte das nicht zulassen. seine flotte, rund dreihundertfünfzig schiffe, fing die römer nahe kap eknomos ab und ging in eine lange linie, die den gegner an beiden enden umfassen und von den schweren transportern trennen sollte, die er im schlepp hatte. polybios nennt die zahlen: etwa hundertvierzigtausend mann auf römischer und rund hundertfünfzigtausend auf karthagischer seite, ruderer, seeleute und eingeschiffte truppen zusammengerechnet.
karthago tat alles, was ein guter admiral tun musste. und verlor trotzdem.
die konsuln marcus atilius regulus und lucius manlius vulso rückten in keilform vor, ein dreieck, das auf die mitte der punischen linie zielte, die transporter geschützt dahinter. die karthager führten daraufhin ein lehrbuchmanöver aus: die mitte täuschte rückzug vor, um die römische spitze zu strecken und vom rest zu trennen, während die flügel sich auf die flanken und die versorgungsschiffe schlossen. die schlacht zerfiel in drei gleichzeitige gefechte, kilometerweit voneinander getrennt.
und sie scheiterte aus demselben grund wie zuvor. als die punische mitte kehrtmachte, um die römische spitze zu umfassen, musste sie auf distanz herangehen; und einem römischen schiff nahe zu kommen hieß weiterhin, einen corvus durchs deck zu bekommen und eine reihe legionäre darüber. die gefassten schiffe sanken nicht: sie wurden geentert und genommen. rom kaperte und vernichtete an die hundert feindliche einheiten und verlor selbst sehr wenige.
man sollte sagen, was diese zahlen sind. sie stammen fast ausschließlich von polybios, der ein jahrhundert später und über römische quellen schreibt, und die moderne forschung diskutiert sie eingehend: lazenby hält die kämpferzahlen der größenordnung nach für plausibel, aber wohl für zu hoch, und die rekonstruktion der keilformation —so geometrisch, so lesbar— eher für ein erklärungsschema als für die beschreibung dessen, was auf einem meer voller rauch und zerbrochener rümpfe tatsächlich geschah. unbestritten sind das ergebnis und die größenordnung.
der weg nach afrika lag offen. die legionen landeten kurz darauf auf karthagischem boden, unter einem konsul, der den krieg für gewonnen hielt. was folgte, ist eine der teuersten lektionen der römischen geschichte: die eines mannes, der einen sieg mit einem anspruch verwechselte.