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kap eknomos und die größte seeschlacht der antike

proelium ad ecnomum

mehr als sechshundert kriegsschiffe vor der südküste siziliens, in der wahrscheinlich größten seeschlacht der antike. karthago führte das perfekte manöver aus und verlor erneut gegen eine hölzerne brücke.

radierung von stefano della bella: seeschlacht mit einem sinkenden schiff zwischen galeeren
stefano della bella, the metropolitan museum of art · gemeinfrei
epoche
mittlere republik

sechshundertachtzig kriegsschiffe, die gleichzeitig vor der südküste siziliens manövrieren. wenn die überlieferten zahlen der wirklichkeit auch nur nahekommen, war kap eknomos die größte seeschlacht der antike und wohl die größte der geschichte nach der zahl der eingeschifften kämpfer.

wir sind im jahr 256 vor unserer zeitrechnung, vier jahre nach mylae. rom hatte begriffen, dass ein sieg auf sizilien den krieg nicht beendete, und traf die kühnste entscheidung seiner bisherigen geschichte: das mittelmeer überqueren, afrika angreifen, karthago zu hause treffen. es stellte eine flotte von etwa dreihundertdreißig schiffen zusammen, nahm die landungslegionen an bord und ging nach süden.

karthago konnte das nicht zulassen. seine flotte, rund dreihundertfünfzig schiffe, fing die römer nahe kap eknomos ab und ging in eine lange linie, die den gegner an beiden enden umfassen und von den schweren transportern trennen sollte, die er im schlepp hatte. polybios nennt die zahlen: etwa hundertvierzigtausend mann auf römischer und rund hundertfünfzigtausend auf karthagischer seite, ruderer, seeleute und eingeschiffte truppen zusammengerechnet.

karthago tat alles, was ein guter admiral tun musste. und verlor trotzdem.

die konsuln marcus atilius regulus und lucius manlius vulso rückten in keilform vor, ein dreieck, das auf die mitte der punischen linie zielte, die transporter geschützt dahinter. die karthager führten daraufhin ein lehrbuchmanöver aus: die mitte täuschte rückzug vor, um die römische spitze zu strecken und vom rest zu trennen, während die flügel sich auf die flanken und die versorgungsschiffe schlossen. die schlacht zerfiel in drei gleichzeitige gefechte, kilometerweit voneinander getrennt.

und sie scheiterte aus demselben grund wie zuvor. als die punische mitte kehrtmachte, um die römische spitze zu umfassen, musste sie auf distanz herangehen; und einem römischen schiff nahe zu kommen hieß weiterhin, einen corvus durchs deck zu bekommen und eine reihe legionäre darüber. die gefassten schiffe sanken nicht: sie wurden geentert und genommen. rom kaperte und vernichtete an die hundert feindliche einheiten und verlor selbst sehr wenige.

man sollte sagen, was diese zahlen sind. sie stammen fast ausschließlich von polybios, der ein jahrhundert später und über römische quellen schreibt, und die moderne forschung diskutiert sie eingehend: und man sollte genau sagen, wer was vertritt: lazenby, die maßgebliche autorität zu diesem krieg, verteidigt polybios’ zahlen —seine methode ist, ihm zu trauen, sofern es keinen sehr guten grund dagegen gibt, und er vergleicht die zweihundertfünfundachtzigtausend mann von eknomos sogar mit den zweihunderttausend von leyte 1944, um zu zeigen, dass die größenordnung denkbar ist—. misstrauen gegenüber antiken zahlen ist eine legitime und verbreitete position, aber nicht seine. zu sagen wäre hingegen, woher sie stammen: polybios erklärt, er stütze sich für diesen krieg auf philinos, prokarthagisch, und fabius pictor, proromisch, und kritisiert beide als parteiisch. unbestritten sind das ergebnis und die größenordnung.

der weg nach afrika lag offen. die legionen landeten kurz darauf auf karthagischem boden, unter einem konsul, der den krieg für gewonnen hielt. was folgte, ist eine der teuersten lektionen der römischen geschichte: die eines mannes, der einen sieg mit einem anspruch verwechselte.

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fontes classicae.

  1. i. polybios · historien buch i, 25-28

moderne bibliografie.

  1. i. john f. lazenby · the first punic war. a military history
  2. ii. adrian goldsworthy · the punic wars
dídac
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dídac

geschichtsvermittler. schreibt über antike politische geschichte und über die wut, die sein eigenes jahrhundert in ihm auslöst. baut im internet eine encyclopædia romana — und ein paar räume mehr.

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¿son creíbles las cifras del cabo écnomo? trescientos mil hombres se hace descomunal

buen olfato, y la duda es exactamente la que tiene la historiografía. las cifras salen casi por entero de polibio, que escribe un siglo después. y conviene decir con qué fuentes: él mismo declara que para esta guerra maneja a filino, progartaginés, y a fabio píctor, proromano — y critica a los dos por parciales. no es un relato romano sin más: es un relato construido sobre dos parcialidades opuestas.

conviene saber cómo se construye el número, porque eso ya lo desinfla bastante. los ciento cuarenta mil del lado romano no son soldados: son la suma de remeros, marinería y tropa embarcada repartida entre unas trescientas treinta naves. un quinquerreme llevaba del orden de trescientos remeros y ciento veinte infantes, así que la aritmética cuadra sola. no hay que imaginar un ejército de trescientos mil hombres en formación: hay que imaginar seiscientos ochenta barcos llenos.

y aquí conviene no poner en boca de nadie lo que no dijo. lazenby, el especialista de referencia en esta guerra, defiende las cifras de polibio: su método declarado es fiarse de él salvo que haya muy buena razón para lo contrario, y llega a comparar los doscientos ochenta y cinco mil hombres de écnomo con los doscientos mil de leyte en 1944 para mostrar que la escala es concebible. la desconfianza en los números antiguos es una posición legítima y muy extendida, pero no es la suya.

lo que no cambia es la conclusión, y por eso la entrada la mantiene: aunque bajes los números un tercio, écnomo sigue siendo con diferencia la mayor batalla naval de la antigüedad. la desconfianza razonable en una cifra no obliga a tirar el hecho que la rodea — obliga a decir de dónde sale

polibio, historias i, 25-28 (las cifras: 330 naves romanas, 350 cartaginesas, unos 140.000 y 150.000 hombres contando remeros, marinería y tropa embarcada)
john f. lazenby, the first punic war. a military history (⚠ lazenby DEFIENDE las cifras de polibio: su método declarado es fiarse de él «salvo que haya muy buena razón para lo contrario», y compara los 285.000 hombres de écnomo con los 200.000 de leyte en 1944)
polibio, historias 1.14 (declara sus dos autoridades para esta guerra —filino, progartaginés, y fabio píctor, proromano— y critica a AMBOS por parcialidad)
polibio, historias 1.26.13 (la formación en cuña está en el texto: «en forma de cuña simple… el conjunto resultaba un triángulo»)
auf spanisch beantwortet