kolossale römische marmorbüste des kaisers nero mit markant gerunzelter stirn
anonym (römisches porträt) · glyptothek münchen (gl 321) · gemeinfrei
ereignis

wie man den giftverkoster des kaisers überlistet

mors britannici

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in rom einen rivalen zu töten war schwierig; ihn zu töten, wenn ein verkoster alles probiert, was er zu sich nimmt, erfordert kriminellen einfallsreichtum. nero löste das problem mit einem nicht nachweisbaren trick und löschte seinen stiefbruder britannicus vor dem ganzen hof aus, ohne die fassung zu verlieren.

einen politischen rivalen in rom auszuschalten war schon an sich kompliziert. es zu tun, wenn dein ziel einen persönlichen verkoster hat, der alles probiert, was er isst und trinkt, erfordert etwas anderes: kriminellen einfallsreichtum. nero löste dieses technische problem mit einer eiskalten eleganz und löschte seinen stiefbruder vor dem ganzen hof aus, ohne dass sich auch nur ein muskel an ihm bewegte.

es war das jahr 55 u.z. nero war siebzehn jahre alt und hatte ein legitimitätsproblem. er war im vorjahr auf den thron gelangt, nach dem tod — wahrscheinlich der vergiftung — kaiser claudius’, doch er war nicht der blutsnachfolger: er war der stiefsohn, adoptiert dank der manöver seiner mutter agrippina. der natürliche erbe lebte unter demselben dach. er hiess britannicus, war der leibliche sohn des claudius und näherte sich bereits der volljährigkeit. wenn britannicus die toga virilis anlegen würde, wäre er ein legitimer pol, um den sich alle unzufriedenen sammeln konnten. nero brauchte, dass er verschwand, und zwar schnell.

das hindernis war der verkoster. jede wichtige persönlichkeit am hof speiste unter der bewachung eines praegustator, eines sklaven, dessen aufgabe es war, jedes gericht und jeden becher zuvor zu probieren; fiel er tot um, war der tischgenosse gerettet. um ihn zu umgehen, griff nero auf eine spezialistin zurück: locusta, eine berufsmässige giftmischerin, die wegen anderer verbrechen verurteilt war und die er aus dem kerker holte, damit sie die methode entwerfe. ein erster versuch mit einem langsamen gift schlug fehl. nero, wütend, forderte etwas sofortiges und nicht nachweisbares, und den quellen zufolge drohte er locusta mit dem tod, falls sie es nicht schaffe.

der verkoster probierte den becher und erklärte ihn für sicher. der trick lag nicht im becher: er lag in dem, was danach kam.

der plan, so wie tacitus ihn erzählt, war von perfekter kälte. während eines banketts servierte man britannicus ein heisses getränk. der verkoster probierte es vor allen und bestätigte, dass es sicher sei. dann beklagte sich britannicus, es sei zu heiss, und die diener — dem drehbuch folgend — fügten kaltes wasser hinzu, um es abzukühlen. der verkoster probierte dieses wasser nicht erneut, weil der ritus bereits vollzogen war. und in diesem zugefügten wasser steckte das gift. britannicus trank und brach augenblicklich zusammen; laut tacitus verlor er gleichzeitig die stimme und den atem.

neros kaltblütigkeit vollendete die szene. während britannicus im triclinium zuckte und starb, vor den augen seiner schwester octavia und agrippinas selbst, regte sich nero nicht: er bemerkte ruhig, sein stiefbruder leide seit der kindheit an epileptischen anfällen, das werde vorübergehen, und speiste weiter. die mehrheit der gäste, der überlieferung nach, spielte mit und ass weiter, denn die alternative wäre gewesen, laut zuzugeben, soeben einen kaiserlichen mord miterlebt zu haben. noch in derselben nacht trug man den leichnam hinaus und verbrannte ihn in aller eile, im regen.

eine historikernuance gehört dazu: die giftgeschichte stammt aus nero feindselig gesinnten quellen — tacitus, sueton und cassius dio —, die jahrzehnte später schrieben, also kann die erzählung vom vergifteten wasser literarische ausschmückung tragen. sicher ist, dass britannicus plötzlich und passend starb, genau als er im weg war; der mord ist die überlieferte deutung, doch ein teil der modernen geschichtsschreibung (etwa a. barrett) schliesst einen natürlichen tod durch die epilepsie nicht aus, an der der junge tatsächlich litt, und tacitus selbst (13.17) räumt ein, dass schon damals einige an der vergiftung zweifelten. nero belohnte locusta mit ländereien und, der tradition nach, mit schülern, denen sie das handwerk lehren sollte. in rom bestand die wahre kunst der macht nicht darin, einen rivalen zu vergiften. sie bestand darin, es öffentlich zu tun und weiterzuspeisen.

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Eliminar a un rival político en Roma era complicado, pero hacerlo cuando el objetivo tiene un catador personal probando todo lo que ingiere, requiere genialidad letal. Ocurrió un día como hoy. En el año 55 d.C., el joven emperador Nerón tenía un problema de legitimidad. A su lado en el palacio residía su hermanastro Británico, el auténtico hijo de sangre del anterior monarca. Nerón sabía que debía borrarlo del mapa político de inmediato. Durante un banquete, Británico solicitó una copa de vino caliente. El catador oficial probó la bebida y confirmó que era segura. Sin embargo, Británico se quejó de que la temperatura era insoportable. Con absoluta sangre fría, los sirvientes de Nerón vertieron un chorro de agua helada para enfriar la copa. El catador no probó esa agua añadida, y ahí residía la toxina. Británico colapsó instantáneamente frente a toda la corte. Según los rumores de la época, Nerón no dejó de cenar, afirmando fríamente que se trataba de un simple ataque de epilepsia.

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fontes classicae.

  1. i. tacitus · annales buch xiii
  2. ii. sueton · leben des nero

moderne bibliografie.

  1. i. edward champlin · nero
dídac
⁕ über den autor ⁕

dídac

softwareentwickler, geschichtsvermittler. schreibt über antike politische geschichte und über die wut, die sein eigenes jahrhundert in ihm auslöst. baut im internet eine encyclopædia romana — und ein paar räume mehr.