barocke malerei von poussin mit römischen soldaten, die die sabinerinnen mitten im chaos rauben
nicolas poussin · the metropolitan museum of art (46.160) · gemeinfrei
ereignisse

der raub der sabinerinnen

raptvs sabinarvm

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epoche
königszeit

um das verschwinden roms zu verhindern, inszenierte romulus eine massive täuschung gegen die benachbarten stämme. der raub der sabinerinnen als gründungsmythos der erzwungenen einverleibung von völkern und davon, wie zwei verfeindete gemeinschaften am ende zu einer verschmolzen.

das eben gegründete rom hatte ein problem, das keine mauer lösen konnte: es war dazu verurteilt, in einer einzigen generation zu verschwinden. die stadt, die romulus mitte des 8. jh. v.u.z. errichtet hatte, war keine stadt im eigentlichen sinn, sondern ein heerlager von männern.

seine politik der offenen tore für flüchtige und verbannte hatte die hügel mit hirten und verbrechern gefüllt, aber kaum mit frauen. und keine familie der benachbarten gemeinschaften war bereit, ihre töchter solchem gesindel ohne vergangenheit und ohne ehre zu überlassen. rom brauchte ehefrauen für eine zweite generation, und niemand war bereit, ihm welche zu überlassen. nachdem die diplomatie gescheitert war, blieb romulus die täuschung.

es war kein romantischer raub: das lateinische wort raptus bezeichnete eine entführung, einen gewaltakt. es war staatspolitik mit der spitze des schwertes.

die falle war sorgfältig gestellt. romulus kündigte grosse festspiele zu ehren des gottes consus an (die consualia, später mit neptun gleichgesetzt) und lud die umliegenden völker ein. sie strömten in massen herbei, und unter ihnen vor allem die sabiner, ein bergvolk, das vertrauensvoll mit ganzen familien kam. auf dem höhepunkt des festes gab romulus das zeichen. seine männer zogen die schwerter, vertrieben die sabinischen männer mit gewalt und behielten alle jungen frauen. die überlieferung taufte das ereignis als raub der sabinerinnen, doch man muss das missverständnis aufklären, das der name mit sich trägt: das lateinische raptus meinte keinen liebesrausch, sondern eine entführung, einen gewaltakt. es war kein impuls, sondern die kaltblütige berechnung einer staatsoperation zur fabrikation von ehen und, mit ihnen, von bürgern.

um das verbrechen zu mildern, lassen die chroniken romulus persönlich mit den gefangenen sprechen; er versprach ihnen volle bürgerrechte und respekt als rechtmässige mütter freier männer, nicht den status von sklavinnen. die moderne geschichtsschreibung liest die ganze episode als ätiologischen mythos: die erzählung, mit der die römer im nachhinein erklärten, wie ihre gemeinschaft die italischen völker ihrer umgebung absorbiert hatte. manchmal spricht die traditionelle beschreibung von sinoikismos, doch der begriff ist hier ungenau: der sinoikismos im eigentlichen sinn ist die freiwillige verschmelzung mehrerer gemeinschaften zu einer einzigen stadt, und was der mythos erzählt, ist genau das gegenteil: eine durch gewalt erzwungene assimilation. die wirkliche, ausgehandelte verschmelzung würde erst später kommen.

denn die geschichte endete nicht mit der entführung. einige zeit später kehrten die sabiner bewaffnet zurück, entschlossen, die schmach zu rächen, und der zusammenstoss drohte ein gemetzel zu werden. da, so der bericht, kam die wendung, die allem sinn verlieh: die sabinerinnen selbst, die inzwischen römische kinder bekommen hatten, warfen sich auf das schlachtfeld, zwischen die beiden heere, und flehten väter und ehemänner an, sich nicht gegenseitig zu töten. das gemetzel hielt inne, und aus diesem waffenstillstand ging die vereinigung beider völker unter einer gemeinsamen herrschaft hervor.

diese verschmelzung hinterliess spuren bis in die topografie, die die überlieferung weitergab. der bericht liess romulus und den sabinischen könig titus tatius eine zeit lang gemeinsam herrschen und siedelte die sabiner auf dem quirinal an, gegenüber dem römischen palatin: zwei völker, zwei hügel, ein einziger entstehender staat. die modernen historiker verwerfen die romanhaften details, erkennen aber einen plausiblen kern an: das frühe rom konnte tatsächlich aus dem zusammenfluss benachbarter latinischer und sabinischer gemeinschaften entstanden sein, und der sabinische anteil blieb in seinen kulten und in seinen archaischsten institutionen eingeschrieben.

die bedeutung des mythos liegt in dieser schlussfolgerung. rom erzählte sich selbst nicht als reines geschlecht, sondern als mischung: eine stadt, die fähig war, ihre feinde zu verschlingen und sie so weit zu integrieren, bis sie teil ihrer selbst wurden. diese assimilatorische berufung — zunächst gewaltsam, später grosszügig mit der bürgerschaft — sollte einer der wirklichen motoren ihrer expansion in den folgenden jahrhunderten sein: rom würde wachsen, indem es völker absorbierte und ihnen früher oder später die bürgerschaft verlieh, eine strategie, die keine andere antike macht in solchem ausmass praktizierte. nicht zufällig wurde die episode zu einem der lieblingsthemen der westlichen kunst, immer wieder gemeisselt und gemalt als gründungsbild roms selbst.

nachdem die bevölkerung gesichert war, kam die gefahr jedoch nicht mehr von aussen. romulus hatte zu viel macht angehäuft, und innerhalb der eigenen mauern, unter den togen des senats, begann sich etwas viel düstereres zusammenzubrauen.

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der raub der sabinerinnen
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La recién fundada ciudad de Roma tenía un problema logístico crítico: iba a desaparecer en una sola generación. Día 3 construyendo la mayor Enciclopedia de Roma en internet. Corría el siglo octavo antes de nuestra era y Rómulo había llenado la ciudad de pastores y criminales fugitivos, pero casi no había mujeres. Y nadie quería casar a sus hijas con esa gentuza. Como las tribus vecinas se negaban a emparentar con los romanos, Rómulo ideó una trampa impecable. Anunció la celebración de unos grandes juegos festivos, y al evento acudieron las poblaciones cercanas, especialmente los Sabinos, que trajeron a sus familias enteras. En mitad de la fiesta, Rómulo dio una señal. Sus hombres desenvainaron las armas, expulsaron violentamente a los hombres sabinos y retuvieron por la fuerza a todas las mujeres jóvenes. A esto se le conoce como "El Rapto de las Sabinas", pero la palabra latina original significaba puramente un secuestro político. Fue un acto de estado para forzar matrimonios. Rómulo fue en persona a hablar con ellas y les prometió derechos civiles y respeto como madres de ciudadanos libres. La historia actual ve este mito como la forma en la que los romanos explicaban su asimilación forzosa de pueblos vecinos. Tiempo después, los hombres sabinos regresaron con un ejército buscando venganza. Pero en mitad del combate, las propias mujeres sabinas, que ya tenían hijos romanos, se lanzaron al campo de batalla para detener la matanza, logrando que ambas tribus se unificaran. Roma ya tenía población. Pero Rómulo había acumulado demasiado poder, y el Senado no soportaba a los tiranos. La autopsia histórica revela una conspiración muy oscura bajo las togas, y entramos en ella en el próximo tomo.

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fontes classicae.

  1. i. livius · ab urbe condita 1.9-1.16

moderne bibliografie.

  1. i. gary forsythe · a critical history of early rome: from prehistory to the first punic war, university of california press, 2005
dídac
⁕ über den autor ⁕

dídac

softwareentwickler, geschichtsvermittler. schreibt über antike politische geschichte und über die wut, die sein eigenes jahrhundert in ihm auslöst. baut im internet eine encyclopædia romana — und ein paar räume mehr.

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