barockgemälde, in dem die mutter und die ehefrau des coriolanus ihn anflehen, rom nicht zu zerstören
gerbrand van den eeckhout · eremitage · gemeinfrei
personen

der held, der rom verriet

cn. marcivs coriolanvs

veröffentlicht aktualisiert

vita
ca. 5. jh. v.u.z.
epoche
frühe republik
familie
gens marcia

gnaeus marcius coriolanus war der tödlichste soldat roms, doch sein hass auf die plebs trieb ihn ins exil. wie er sich mit den feindlichen volskern verbündete, um zu versuchen, seine eigene heimatstadt zu vernichten.

der gefürchtetste soldat der frühen römischen republik liebte seine stadt — so glaubte er es zumindest — bis zu dem punkt, an dem er nur einen schritt davon entfernt war, sie an der spitze eines feindlichen heeres von der landkarte zu tilgen. die geschichte des gnaeus marcius, mit dem beinamen coriolanus, ist die eines helden, den der eigene stolz zum verräter machte — und eine der grossen moralischen erzählungen, die rom sich selbst erzählte.

die episode wird auf das jahr 491 v.u.z. datiert, in jene unruhigen jahre nach der ersten secession der plebs. marcius war ein militäraristokrat der alten schule, ein glänzender krieger, der nach der überlieferung den beinamen «coriolanus» für seine tapferkeit bei der einnahme der volskischen stadt corioli erhielt. im krieg war er eine furchterregende waffe; im frieden eine gefahr: ein eiferer der patrizischen sache, der unverhohlen die rechte verachtete, die die plebs gerade errungen hatte, und im tribunat eine unerträgliche selbstaufgabe der patrizischen autorität sah.

als der hunger die stadt traf, schlug er vor, die armen sterben zu lassen, wenn sie nicht auf ihre politischen rechte verzichteten.

die gelegenheit zu seinem sturz kam mit einer hungersnot. das getreide war knapp, das volk verzweifelt, und coriolanus schlug im senat vor, die getreideverteilung als waffe einzusetzen: kein weizen für die plebs, solange sie nicht das errungene zurückgebe, beginnend mit dem tribunat. es war erpressung mit dem hunger gegen das recht. die reaktion liess nicht auf sich warten: die tribunen brachten ihn vor gericht, und das volk erzwang seine verbannung. gedemütigt, vertrieben aus der stadt, für die er geblutet hatte, schwor coriolanus rache.

und er löste sie auf die bitterste denkbare weise ein. er überschritt die grenze und stellte sich vor die volsker, die grössten feinde roms, jene, die er selbst bekämpft hatte. sie nahmen ihn als heerführer auf, und sein hass wurde zur strategie: er führte das volskische heer und zertrümmerte eine römische verteidigungslinie nach der anderen, bis er das lager vor den toren der hauptstadt aufschlug. der senat, der ihn kurz zuvor verbannt hatte, musste die panik durchleben, seinen besten soldaten kurz davor zu sehen, die eigene stadt in brand zu setzen. gesandtschaften scheiterten; die priester scheiterten. rom blieben keine optionen mehr.

die rettung kam, so der bericht, nicht durch waffen, sondern durch die familie. verzweifelt schickten die römer seine mutter ins feindliche lager, begleitet von ehefrau und kindern. sie flehte nicht: sie hielt ihm vor, in was für einen mann er sich verwandelt habe, und warnte ihn, um rom zu betreten, müsse er erst über den leib seiner eigenen mutter hinwegschreiten. von diesem druck überwältigt, zog coriolanus die volskischen truppen zurück. so rettete er, der überlieferung nach, rom — um den preis seines eigenen verderbens durch jene verbündeten, die er enttäuscht hatte.

hier ist eine genauigkeitsnotiz angebracht, die uns die quellen selbst auferlegen. livius nennt jene mutter veturia und behält den namen volumnia der ehefrau vor; plutarch dagegen — die andere klassische biografie der figur — kehrt die namen um und nennt volumnia die mutter und vergilia die ehefrau. wer zur einen oder anderen quelle greift, wird also für dieselbe szene unterschiedliche namen finden; hier folgen wir livius, doch die abweichung ist real und sollte bekannt sein. und es gibt eine grössere vorsicht: die modernen historiker halten die episode weitgehend für legendär. sie sehen darin eine exemplarische konstruktion mehr als eine zuverlässige chronik, errichtet, um zugleich die gefahr aristokratischen stolzes und die kraft der familiären pflicht über den politischen groll zu verkörpern.

als legende war ihre wucht enorm. die gestalt des helden, der sich gegen sein vaterland wendet und nur vor der eigenen mutter haltmacht, faszinierte jahrhundertelang und gelangte bis ins theater shakespeares, der aus coriolanus den tragischen spiegel jenes stolzes machte, der sich vor dem volk nicht zu beugen vermag. seine geschichte verdichtet eine mahnung, die rom sich einprägen wollte: dass das grösste militärische talent ohne politische mässigung zum schlimmsten feind des staates werden kann, dem es dient. derweil schliff die aristokratie innerhalb der mauern, die coriolanus nicht zu überschreiten vermochte, eine ganz andere und weit subtilere waffe: ein religiöses instrument, das jedes unbequeme gesetz allein durch einen blick zum himmel ausser kraft setzen konnte.

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der held, der rom verriet
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El soldado más letal de la temprana República romana amaba tanto a su país que estuvo a punto de borrarlo del mapa usando un ejército extranjero. Día 21 construyendo la mayor Enciclopedia de Roma en internet. Corría el siglo quinto antes de nuestra era. Abrimos el registro del general Cneo Marcio, alias "Coriolano". Era un aristócrata militar de la vieja escuela, pero en tiempos de paz era un extremista de clase. Odiaba el poder que habían ganado los plebeyos. Cuando una hambruna golpeó la ciudad, propuso dejar que los pobres murieran si no renunciaban a sus derechos políticos. El pueblo estalló y forzó su exilio. Humillado, Coriolano juró venganza. Cruzó la frontera y se alió con los Volscos, los mayores enemigos de Roma. Su odio era tan visceral que lideró a este ejército extranjero aplastando todas las defensas romanas hasta acampar a las mismas puertas de la capital. El pánico en el Senado fue total. Coriolano iba a quemar su hogar. Desesperados, enviaron a la única persona capaz de frenarlo: su propia madre, Veturia. Ella no suplicó; caminó hasta el campamento y le gritó que para atacar Roma tendría que pasar sobre su cadáver. Coriolano, destrozado por la presión familiar, retiró a las tropas enemigas asumiendo su propia ruina. Roma se había salvado de las espadas por un hilo, pero dentro de los muros, la aristocracia preparaba una herramienta mística para anular cualquier ley que no les gustara usando pájaros. Nos adentramos en esa burocracia divina en el próximo vídeo.

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fontes classicae.

  1. i. livius · ab urbe condita buch ii
  2. ii. plutarch · leben des coriolanus
dídac
⁕ über den autor ⁕

dídac

softwareentwickler, geschichtsvermittler. schreibt über antike politische geschichte und über die wut, die sein eigenes jahrhundert in ihm auslöst. baut im internet eine encyclopædia romana — und ein paar räume mehr.

⁕ siehe auch ⁕