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der guerillakrieg des hamilkar barkas

mons hercte et eryx

247 v.u.z. übergibt karthago sizilien an hamilkar barkas. ohne eine einzige feldschlacht zu schlagen, verschanzt er sich auf dem berg herkte und zermürbt die legionen sechs jahre lang. er wird die insel unbesiegt verlassen, und karthago wird den krieg trotzdem verlieren.

radierung des 17. jahrhunderts: ein befestigtes feldlager mit einem soldaten, der von der brustwehr aus wache hält, die trommel in der hand.
stefano della bella, «varii capricci militari» (ca. 1641) · the metropolitan museum of art, new york · cc0
epoche
mittlere republik

sechs jahre lang hielt ein einziger feldherr die römischen legionen in schach, ohne eine einzige feldschlacht zu schlagen. er gewann keine und verlor keine: er setzte sich auf einem berg über palermo fest, machte sich unsichtbar und ging daran, rom schlag um schlag auszubluten. wir schreiben das jahr 247 vor unserer zeitrechnung, und der mann ist hamilkar barkas, der vater hannibals.

der erste punische krieg dauerte bereits siebzehn jahre. beide mächte hatten ganze flotten verloren —rom vor allem, und mehr durch stürme als im gefecht— und keine konnte die andere niederringen. karthago, das seine feldherren von agrigent bis panormos eine kette von katastrophen hatte aneinanderreihen sehen, übergab den oberbefehl über sizilien einem jungen offizier ohne eine einzige niederlage im rücken. hamilkar verzichtete daraufhin auf das, was karthago siebzehn jahre lang versucht und verloren hatte: die entscheidungsschlacht.

er befestigte den berg herkte, ein schroffes massiv über panormos mit eigenem wasser, weideland, nur drei gangbaren zugängen und einer bucht, in der seine schiffe ankern konnten. man sollte es nicht als uneinnehmbare festung lesen: polybios betont, dass es eine kalkulierte tollkühnheit war, sich dort einzunisten, denn er saß «mitten im feind», mit römischen stellungen zu beiden seiten. fast drei jahre hielt er sie mit täglichen hinterhalten und gegenhinterhalten, vorstößen und überfällen, während sein geschwader die italische küste bis nach cumae verwüstete. 244 verlegte er nach eryx, dem heiligen berg der venus über drepana, und hielt dort zwei weitere jahre aus, in einer auf dem papier absurden lage: die römer hielten zugleich den gipfel und die stadt am fuß, und er richtete sich zwischen beiden ein.

hamilkar setzte nicht zu, um zu siegen. er setzte zu, um nicht zu verlieren — was in diesem krieg längst fast dasselbe war.

polybios, der lob nicht umsonst verteilt, gibt sich dem schauspiel geschlagen und vergleicht es mit zwei boxern allererster güte: ebenbürtig, tapfer und in bester verfassung, so viele schläge tauschend, dass nicht einmal der chronist mitzählen kann. und hier lohnt das innehalten, denn das wird fast immer verkehrt herum erzählt. die sache endete unentschieden, schreibt polybios, «nicht aus erschöpfung und elend, wie fabius sagt, sondern wie männer, die noch ungebrochen und unbesiegt sind». die lesart der erschöpfung stammt nicht von polybios: sie ist genau die, die polybios zurückweist — und er schreibt sie fabius pictor zu.

erschöpft war das geld. beide staatskassen, geleert durch zwei jahrzehnte an flottenkosten und an stürmen verlorene schiffe, waren am boden. rom brachte hamilkar nicht aus den bergen, und hamilkar brachte rom nicht aus sizilien.

nun der historiographische vorbehalt, den man nicht überspringen sollte — und hier sind es drei. der erste betrifft das vokabular: «guerillakrieg» ist ein moderner begriff —er entsteht im spanischen unabhängigkeitskrieg gegen napoleon, mehr als zweitausend jahre später— und beschreibt die taktik zwar gut, verleiht ihr aber eine aura des volkswiderstands, die ihr nicht zukommt. hamilkar befehligte ein professionelles söldnerheer im sold eines handelsimperiums, keinen aufstand. der zweite ist geographisch: wir wissen nicht einmal sicher, welcher berg herkte war. die kandidaten sind der monte pellegrino und der castellaccio, beide über palermo, und polybios’ beschreibung reicht nicht aus, um zwischen ihnen zu entscheiden.

der dritte wiegt am schwersten. polybios ist für diese jahre praktisch unsere einzige quelle, er schreibt ein jahrhundert später, und sein unbesiegter hamilkar fügt sich allzu gut in das, was danach kam: der unübertreffliche vater, von dem hannibal erbt. dexter hoyos warnt, dass ein großer teil der überlieferung vom «zorn der barkiden» —der ererbte groll, die als familienprogramm geplante rache— rückwärts vom zweiten punischen krieg her konstruiert ist, als längst feststand, wie alles enden würde. den schwur des knaben hannibal hingegen hält hoyos für historisch: was er bestreitet, ist nicht die szene, sondern die politik, die man aus ihr ableitet. den hamilkar siziliens liest man besser ohne den hannibal, den es noch nicht gibt.

und dennoch hält der nackte befund stand: cornelius nepos schrieb, hamilkar habe sizilien unbesiegt verlassen, und in zweitausend jahren hat das niemand widerlegen können. nur nützte es ihm nichts. der krieg entschied sich nicht in seinen bergen, sondern auf dem wasser, und karthago verlor ihn, während er auf dem seinen ungeschlagen blieb. jahre später war es die staatskasse, die am boden lag, und es waren die reichsten bürger roms, die aus eigener tasche die kosten einer letzten flotte vorstreckten —je eine quinquereme, allein oder zu zweit—, gegen das versprechen, der staat werde es ihnen zurückzahlen, wenn es gut ausginge. es ging gut aus, und mit dieser flotte endete alles.

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fontes classicae.

  1. i. polybios · historien buch i, 56-59 (herkte und eryx; der boxer-vergleich in i, 57; die zurückweisung des fabius pictor in i, 58.5; die bürgerflotte in i, 59)
  2. ii. cornelius nepos · über die großen feldherren fremder völker hamilkar, 1

moderne bibliografie.

  1. i. dexter hoyos · hannibal's dynasty routledge, 2003, kap. i «the heights of heircte and eryx», s. 7-20 (sizilien); kap. 4-7 und 18 (die kritik am «zorn der barkiden»)
dídac
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dídac

geschichtsvermittler. schreibt über antike politische geschichte und über die wut, die sein eigenes jahrhundert in ihm auslöst. baut im internet eine encyclopædia romana — und ein paar räume mehr.

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¿es verdad que a amílcar barca lo mató una emboscada, el mismo estilo de guerra que él practicaba?

la ironía es buena, pero las fuentes no la sostienen entera, y merece la pena ver por qué. de la muerte de amílcar hay cuatro versiones antiguas y no cuentan lo mismo.

lo primero, el pueblo. no eran cretenses —ahí sospecho un desliz de oído— pero tampoco puede afirmarse «oretanos» sin más: diodoro habla de orisos, nepote dice que murió combatiendo contra los vetones, y apiano, frontino y zonaras se limitan a «los hispanos». lo de oretanos es una identificación moderna de los orisos de diodoro, no un dato de las fuentes. livio, por su parte, no nombra ningún pueblo: nombra el sitio, castrum album, «el lugar señalado por la muerte del gran amílcar».

lo segundo, el mecanismo, que es justo lo que decide si la ironía funciona. diodoro sí cuenta una traición: el rey de los orisos acude a socorrer la ciudad sitiada de hélice, finge amistad y alianza, y con eso desbarata a amílcar, que muere ahogado al meter el caballo en un río crecido. pero en diodoro no hay carros, ni bueyes, ni fuego. esa imagen —los carros cargados de pez y sebo lanzados contra las líneas— es de frontino, apiano y zonaras. y en zonaras amílcar no cae en una emboscada en absoluto: está formado en orden de batalla, los carros abren el choque, y lo matan en la persecución.

la trampa está en repartir entre fuentes los detalles de un mismo episodio: cada una cuenta una cosa distinta.

y una corrección de bulto que circula mucho: aníbal no era un niño cuando murió su padre. tenía unos dieciocho años. los nueve famosos son los del juramento, en el 237, cuando amílcar partía hacia hispania — doce años antes. diodoro lo dice sin ambigüedad: sus hijos aníbal y asdrúbal llegaron a salvo a acra leuce. dos jóvenes escapando a caballo, no un crío.

así que la respuesta honesta es un sí a medias. hubo un ardid, lo cuenta una fuente, y encaja poéticamente con el general que en sicilia se negó durante seis años a dar la batalla que roma quería. pero otra fuente igual de antigua lo hace morir en una batalla campal, y el detalle que todo el mundo recuerda —los bueyes ardiendo— no está en la fuente que cuenta la traición. la ironía es cierta en una versión de las cuatro, y eso hay que decirlo

diodoro sículo, biblioteca histórica 25.10.3-4 (el rey de los orisos acude a socorrer hélice, finge amistad y alianza y derrota a amílcar, que muere ahogado al meter el caballo en un río; SIN carros ni fuego)
frontino, estratagemas 2.4.17 · apiano, ibérica 5 · zonaras 8.19 (aquí SÍ están los carros de bueyes cargados de pez y sebo; y en zonaras amílcar está formado en orden de batalla y muere en la persecución, no por una traición)
cornelio nepote, amílcar 4 (murió combatiendo contra los VETONES, al noveno año de llegar a hispania)
tito livio, ab urbe condita 24.41.3 (nombra castrum album como «locus insignis caede magni Hamilcaris»: un LUGAR, no un pueblo — «oretanos» es identificación moderna de los orisos de diodoro)
polibio, historias 3.11 (aníbal tenía «unos nueve años» en el 237, cuando amílcar parte hacia hispania: esa es la edad del juramento, no la de la muerte de su padre)
auf spanisch beantwortet