encyclopædia ereignisse ·
dasselbe jahr · jede zeitrechnung
v.chr.
255 v.chr.
v.u.z.
255 v.u.z.
a.u.c.
cdxcix
b.p.
2.205
holozän-ära
9.746
olympiade
131. · jahr 2
anno mundi
3.507

der zorn poseidons und die vernichtete flotte

naufragium camarinae

rom rüstete die größte flotte seiner zeit aus und verlor sie an einem einzigen nachmittag. die steuerleute warnten vor dem sturm, und die konsuln befahlen, den kurs zu halten; vor kamarina sanken zweihundertvierundachtzig kriegsschiffe.

schiffbrüchige klammern sich im morgengrauen an mastreste zwischen riesigen wellen
iwan aiwasowski, «die neunte woge» (1850) · gemeinfrei
epoche
mittlere republik

rom baute die größte kriegsflotte seiner epoche, um karthago zu besiegen. wer sie an einem einzigen nachmittag vernichtete, war nicht karthago: es war das meer.

jahr 255 vor unserer zeitrechnung. nach der katastrophe des regulus am bagradas rüstete der senat in aller eile eine rettungsflotte von rund dreihundertfünfzig kriegsschiffen aus und schickte sie nach afrika, um die überlebenden aufzunehmen. die operation ging gut aus, und sie ging sogar besser aus als vorgesehen: auf dem rückweg stieß die flotte vor kap hermaion auf ein karthagisches geschwader, schlug es und nahm ihm mehr als hundert schiffe ab. richtung italien fuhren nun dreihundertvierundsechzig schiffe.

entlang der südküste siziliens warnten die steuerleute —männer, die diesen abschnitt und seine winde kannten— die konsuln vor einem heraufziehenden gewaltigen sturm und baten darum, den kurs zu ändern. polybios hält fest, wofür die römischen befehlshaber sich entschieden: die warnung zu ignorieren und den vorgesehenen kurs beizubehalten. es ist derselbe fehler, der rom eben erst ein heer in afrika gekostet hatte, nun auf eine flotte angewandt.

es war nicht ein sturm, der jene flotte versenkte. es waren ein sturm und ein befehl.

auf der höhe von kamarina stürzte der himmel herab. das unwetter drückte die flotte gegen eine schroffe küste ohne zuflucht, und das ist für ein ruderschiff die denkbar schlechteste lage: ohne raum, auf offener see abzuwettern, trieb der wind sie gegen die felsen. zweihundertvierundachtzig kriegsschiffe gingen verloren. achtzig überstanden es.

bei der zahl, die gewöhnlich zitiert wird, ist genauigkeit angebracht. die verluste —in der größenordnung von hunderttausend mann— sind keine überlieferte angabe, sondern eine schätzung, berechnet aus der schiffszahl, die polybios nennt, und der üblichen besatzung einer quinquereme. und diese toten waren mehrheitlich keine legionäre: es waren ruderer, seeleute und italische bundesgenossen, die unsichtbare arbeitskraft der römischen seemacht. mit diesem vorbehalt bleibt es der größte verlust an menschenleben bei einem einzelnen massenschiffbruch, von dem wir wissen.

karthago musste keinen finger rühren, um seinen feind ruiniert zu sehen. und das aufschlussreichste von allem ist, was rom danach tat: es baute die flotte erneut. diese sturheit —eine katastrophe zu verkraften, die jede andere macht aus dem krieg genommen hätte, und weiterzumachen— ist die tiefere erklärung dafür, warum es am ende gewann. unterdessen war auf sizilien ein feldherr im begriff, die waffe, die die legionen seit dem bagradas schreckte, zu nehmen und in eine falle zu verwandeln.

⁕ video-kapitel ⁕
@yodidac · tiktok der zorn poseidons und die vernichtete flotte abspielen
@yodidac
transkript lesen (originalton auf spanisch)

Roma construyó la mayor flota militar de su época para vencer a Cartago, pero quien se encargó de aniquilarla en un solo día fue la pura furia del océano. Día 55 construyendo la mayor enciclopedia de Roma en internet. Es el año 255 antes de nuestra era. Tras el desastre de Régulo en África, el Senado romano envió de urgencia una inmensa flota de rescate de unos trescientos cincuenta buques de guerra. Evacuaron a los supervivientes desde la costa africana y, ya de regreso, aún vencieron a una flota cartaginesa en el cabo Hermeo y capturaron más de cien naves. Con ese botín, la flota que ponía rumbo a Italia sumaba trescientos sesenta y cuatro barcos. Pero en el viaje de regreso, bordeando la traicionera costa sur de Sicilia, los pilotos navales advirtieron a los cónsules de que una colosal tormenta se acercaba. Polibio nos relata que los comandantes romanos, ignorando la experiencia de sus pilotos, se negaron a desviarse. Ordenaron mantener el rumbo. A la altura de Camarina, el cielo se desplomó. Un huracán atrapó a la flota romana y la empotró contra los afilados acantilados de la costa. Fue una matanza absoluta provocada por la naturaleza. Doscientos ochenta y cuatro navíos de guerra se hundieron o se estrellaron contra las rocas. A partir de las cifras de naves que da Polibio se calcula que unos cien mil hombres —en su mayoría remeros y aliados, no solo ciudadanos romanos— murieron ahogados o destrozados en aquella tormenta. Fue, y sigue siendo, la mayor pérdida de vidas en un solo naufragio masivo en la historia humana. Cartago apenas tuvo que mover un dedo para ver a su enemigo arruinado; el mar lo había hecho gratis. Pero, mientras Roma lamía sus heridas, en Sicilia un solo general estaba a punto de coger el arma que aterraba a las legiones desde Bagradas —el elefante de guerra— y convertirla en una trampa mortal. Mañana, día 56.

⁕ ⁕ ⁕ apparat ⁕ ⁕ ⁕

fontes classicae.

  1. i. polybios · historien buch i, 36-37

moderne bibliografie.

  1. i. adrian goldsworthy · the punic wars
dídac
⁕ über den autor ⁕

dídac

softwareentwickler, geschichtsvermittler. schreibt über antike politische geschichte und über die wut, die sein eigenes jahrhundert in ihm auslöst. baut im internet eine encyclopædia romana — und ein paar räume mehr.