während der kalten monate war die grösste kriegsmaschine der antike gezwungen innezuhalten. die wege verschlammten, die feldzüge erstarrten und die legionen warteten. doch mit dem nahen des märz erwachte die maschine. am 14. märz feierte rom die equirria, und der kalender eröffnete die kriegszeit.
beginnen wir damit, ein missverständnis an der wurzel auszuräumen: der märz war nicht der monat des romantischen frühlings. er war der monat des mars, des gottes des krieges, und der erste monat des archaischen jahres. sein ganzer auftakt ist mit militärischem ritual gesättigt. die equirria, in der tat, waren nicht einzigartig: es gab zwei zwillingsfeiern, eine am 27. februar und eine am 14. märz, eingebettet in einen langen zyklus kriegerischer feste, der den ganzen monat durchzog und in der reinigung der waffen mündete.
der schauplatz war das marsfeld, der campus martius, die grosse ebene ausserhalb des pomerium, der heiligen grenze der stadt, innerhalb derer es verboten war, bewaffnet einzutreten. dort betete man nicht still: dort rannte man. die römer veranstalteten pferde- und wagenrennen, und die tradition führte sie auf romulus selbst zurück, den sohn des mars. sie waren kein blosses sportspektakel.
sie beteten nicht still um den sieg: sie liessen die pferde auf dem feld des kriegsgottes rennen.
nach dem sinn des ritus haben die modernen historiker gesucht, und eine ihrer lesarten versteht die equirria als lustration — eine rituelle reinigung — der heerespferde. das pferd war die teuerste und empfindlichste komponente der römischen streitkräfte, und der winter setzte ihm hart zu: hunger, kälte, krankheit.
ein taktisches detail, das die populärschilderung gern aufbläht, gehört nuanciert: rom war nie eine schwere kavalleriemacht im stil der steppenvölker. seine stärke lag in der infanterie, in der disziplin der legionen, und die reiterei spielte eine rolle der unterstützung, der aufklärung und der verfolgung. doch diese unterstützung entschied schlachten, und ein geschwader mit vom winter ruinierten reittieren war ein nutzloses geschwader.
der kriegerische märzzyklus gipfelte tage später in der reinigung der kriegstrompeten, und von da an war das heer rituell bereit. das nächste mal, dass ein volk jenseits des rheins die römische kavallerie heranreiten hörte, war es schon zu spät.