im jahr 264 vor unserer zeitrechnung betraten die römischen legionen auf einem felsigen strand siziliens zum ersten mal ein ufer außerhalb italiens. rom hatte für den krieg gestimmt, besaß aber keine eigene flotte, um ihn zu führen: es überquerte die straße von messana in schiffen, die ihm neapel, tarent und die übrigen griechischen verbündeten süditaliens geliehen hatten. das ergebnis jener bescheidenen nacht — ein konsul, ein paar legionen, geliehene helme — sollte der längste zusammenhängende krieg der antike werden.
das ziel war messana, eine stadt zwischen zwei feuern gefangen. auf der einen seite von einer karthagischen besatzung befehligt, auf der anderen von hieron ii., dem könig von syrakus, bedrängt, hatten die mamertiner — ehemalige kampanische söldner, die die stadt jahrzehnte zuvor mit gewalt eingenommen hatten — gleichzeitig die beiden größten mächte des westlichen mittelmeers um hilfe gebeten, und rom entschied sich einzugreifen. an der spitze der legionen stand der konsul appius claudius, mit dem beinamen caudex, beauftragt, die meerenge zu überqueren und stellung zu beziehen, bevor karthago oder syrakus zuvorkämen.
doch als die legionen vor den toren von messana ankamen, fanden sie den platz bereits geräumt vor: der punische kommandant hatte die zitadelle verlassen, bevor auch nur ein einziger legionär um sie hätte kämpfen müssen. die quellen sind sich nicht einig, wie es dazu kam. diodor von sizilien und zonaras berichten, es sei eine list des tribuns gaius claudius gewesen, der den hauptstreitkräften vorausgeeilt war und ihn überredete oder zwang, die stadt zu verlassen. polybios hingegen schreibt das manöver den mamertinern selbst zu: sie seien es gewesen, die durch drohung und list den karthagischen offizier aus der zitadelle vertrieben und erst dann — als der platz bereits leer war — den konsul appius claudius zum einzug einluden.
weil er den platz kampflos preisgab, ließ karthago seinen eigenen kommandanten kreuzigen.
das ende für jenen offizier war brutal und offenbarte die karthagische disziplin: weil er die stellung übergab, ohne die schlacht zu suchen, ließ karthago ihn kreuzigen. mit der besatzung fort und der stadt bereits in römischer hand verschanzten sich die legionen innerhalb der mauern von messana und warteten auf den gegenschlag, der nicht lange auf sich warten ließ. hieron von syrakus und das karthagische kontingent, das noch in der gegend operierte, belagerten die stadt von getrennten seiten aus, ohne ihre offensive ganz zu koordinieren — eine fehlende abstimmung, die appius claudius zu nutzen wusste.
als die stellung gefestigt war, kam der moment des eisens. die legionen zogen durch die tore aus und zerschlugen zuerst das lager des königs von syrakus; am folgenden tag richteten sie ihre schwerter gegen das karthagische kontingent, und die afrikanischen truppen wurden bezwungen und gezwungen, ihre basis aufzugeben. es war das erste blut des krieges, und die erste runde war an rom gefallen.
nun zur historiographischen nuance, die man besser nicht überspringt. die episode von messana erreicht uns über zwei überlieferungen, die nicht immer übereinstimmen, und polybios — unsere hauptquelle, anderthalb generationen nach den ereignissen verfasst — ist zugleich am kargsten in den details über die genaue rolle des gaius claudius, während diodor und zonaras, später schreibend, seinen anteil mit der persönlichen list aufblähen. lazenby weist in seiner militärischen studie des krieges darauf hin, dass beide fassungen dasselbe erzählerische interesse teilen: die einnahme von messana eher als geistesblitz denn als schlacht darzustellen, vielleicht weil es kaum kampfhandlungen zu erzählen gab. was keine quelle bestreitet, ist das ergebnis: zum ersten mal hatte ein römisches heer das meer überquert und außerhalb italiens im offenen feld gesiegt.
doch der sieg barg eine langfristige falle. solange karthago die herrschaft über das meer behielt, war jeder römische triumph zu lande bestenfalls vorläufig: die legionen konnten jede schlacht in sizilien gewinnen und den krieg trotzdem verlieren, weil karthago stets über eine route, die rom nicht kontrollierte, nachschub liefern, verstärken oder evakuieren konnte. jene lehre, in den gerade erst eroberten straßen von messana noch unsichtbar, sollte sich zwei jahre später in ihrer ganzen härte offenbaren, vor den toren der gewaltigen stadt akragas.